Samstag, 22. April 2017

Tag 1391 - Haare (und Bauch) April 2017

Damit man mal eine Vorstellung bekommt, wie manche Nasen Ende Ssw 34 aussehen.
Müde, mit ungewaschenem Haar und gaaaaaanz alleine.
Herr Hase ist im Krankenhaus gelandet, nix Ernstes, aber gerade jetzt ein wenig ungünstig.

Die Kinderzimmermöbel stehen in ihren Einzelteilen in der Gegend rum, ich darf nix mehr Großartiges tun und hab außerdem die Befürchtung, dass sich Mini nicht an den Zeitplan hält...

Jetzt muss ich selber mein Abendessen machen, die Welt ist ungerecht.








Sonntag, 16. April 2017

Tag 1385 - Mutterschutzschnipsel

Mutterschutz ist super.
Ich habe den Eindruck, dass ich Zeit geschenkt bekomme, Zeit, die ich - bis auf wenige Ausnahmen - so verbringen kann wie ich will. Ich hab schon von einigen Frauen gehört, dass sie die letzten Wochen vor der Geburt langweilig fanden - nun, ich gehöre nicht dazu.
Endlich ist die Fremdbestimmung weg, erst jetzt merke ich, wie sehr mich das erzwungene Nichtstun in der Arbeit belastet hat. Und wie sehr ich mich bemühen werde, nicht mehr in diese Situation zurückzukehren.

Am ersten Tag habe ich das Wochengeld beantragt und den Wickelrucksack der Stadt Wien abgeholt, seither wechsle ich zwischen Zuhause-Tagen mit Putz- und Räumaktionen mit viel Musik und Serie schauen und Tagen, an denen ich Freundinnen treffe, Termine in der Geburtsklinik habe, beim Gyn Scherze mache und bei Babyvorbereitungs-Vorträgen sitze.

6 Wochen habe ich laut Plan noch - und die werde ich hoffentlich noch ausnutzen können.

Frohe Ostern!

Mittwoch, 5. April 2017

Tag 1374 - WMDEDGT 04/2017

Frau Brüllen fragt wie jeden Monat "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" und diesmal bin ich dabei.

Heute ist ein wichtiger Tag für mich, mein letzter Tag in der Arbeit, bevor ich mich in den Mutterschutz verabschiede.
Ich weiß nicht, ob heute etwas wahnsinnig Bedeutendes passiert, aber ich hab so gute Laune... und werde das Wort „letzte“ sehr oft verwenden….

06:00 Herr Hase macht die Schlafzimmertür auf, um den Kater reinzulassen, ich wache nach einer Nacht mit einigen Unterbrechungen erneut auf. Ich bin aber interessanterweise ziemlich ausgeruht und kuschle mit dem Kater noch bis kurz vor dem Weckerläuten um 7 Uhr.

07:00 Espressomaschine an, Toaster an, Geschirrspüler befüllen und frühstücken, die Katze verschwindet derweil  im Schlafzimmer unter meiner  - nun freien  - Decke.  Danach anziehen und fertig für den letzten Arbeitstag machen. Ich suche noch Geschenkband für den Mankini, den ich einem meiner liebsten Kollegen schenke, werfe alles in meinen Rucksack und kurz vor

08:00 geht’s los. Draußen vor der Haustür drehe ich gleich wieder um, weil es stark regnet, wieder rauf in die Wohnung um einen Schirm zu holen.
Dann ein letztes Mal für längere Zeit den Arbeitsweg über das Assi-Viertel, ich bekomme in der Straßenbahn sogar sofort einen Platz.
In der Firma noch einmal einstempeln, meine Pflanzen samt Gießkanne in Pflege geben, ein vorläufig letztes Stand up, bei dem ich nichts mehr zu sagen habe.

10:00-12:00 Rechner und Platz aufräumen, Unnützes löschen bzw. entsorgen.

12:00 Und wieder ein letztes Mal: Gemeinsam mit den Jungs mache ich mich auf den Weg in die Konzernkantine, zweifelnd stehe ich mit ihnen vor der Vitrine um mich für Nockerl (Ö-Version von Spätzle) mit Saft ohne Huhn zu entscheiden. Ganz wollen es die Herren auch nicht glauben, dass ich ab morgen nicht mehr da sein werde.

12:30 Ich lasse zur Feier des Tages Kuchen und Süßigkeiten springen, halte vor meinen Buddys eine kurze Abschiedsrede, überreiche dem Kollegen seinen Mankini und pinkle mir vor Lachen fast in die Hosen.

13:00 Mein Chef übergibt mir noch einige Sachen und verabschiedet sich von mir. Auch wenn wir in den letzten Wochen unsere Differenzen hatten, wir gehen nicht in Unfrieden auseinander, nachtreten bringt niemandem was.

13:30 Die Kollegen verabschieden sich nach und nach, ich schreibe Abschiedsmails, richte eine Abwesenheitsnotiz ein und stelle noch Leckereien zur freien Entnahme in die Teeküche.

15:00 Die Infoveranstaltung zur erneuten Umstrukturierung geb ich mir noch, dort treffe ich noch viele Kollegen und erfahre, was man vorhat. Ich komme schließlich wieder und bin nach wie vor am Unternehmen interessiert.

17:00 Abmarsch in den neuen Lebensabschnitt, ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge...

17:45 Ankunft zu Hause, die Bauchbewohnerin und ich werden von Mann und Katze freudig begrüßt, während Herr Hase Linseneintopf kocht, räume ich den Spüler aus und erzähle vom Tag - und vom Mankini.
Wir essen, ich sitze am Sofa und kann noch nicht ganz fassen, dass ich ab morgen nicht mehr arbeiten gehe. Ich hatte noch nie so eine lange Pause in meinem erwerbstätigen Leben und hab's noch nicht ganz realisiert.

21:30 Der Wecker ist ausgeschaltet, ab in die Heia! Der Tag war aufregend und ich platt. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!