Donnerstag, 29. Dezember 2016

Tag 1277 - Jahresrückblick 2016

Ich weiß gar nicht, was ich von 2016 halten soll. Es war zum einen furchtbar, ich habe eine Freundin verloren, einer meiner Katzen ist gestorben, zum anderen geht das Leben weiter: ich bin (wenn auch ungeplant) schwanger. 
Viel zu verdauen, vielleicht kommt es auch mal bei mir an.

Zugenommen oder abgenommen?
Zuerst abgenommen, bis in den September war ich schön schlank und muskulös. Seither nehme ich aus Gründen zu.

Haare länger oder kürzer?
Länger, wenn auch nicht sehr lang. Das Herceptin hat meine Haare sehr trocken gemacht und somit werden die Spitzen regelmäßig geschnitten und aktuell trage ich einen Bob. Farbe: unauffälliges Braun.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Wahrscheinlich weder noch, wir erinnern uns: gelaserte Augen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gute Frage. Durch die Reisen wahrscheinlich mehr.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, ich bin ein Geher. Durch die Schwangerschaft bin ich aber immer so platt, dass Sport flach fällt.

Der hirnrissigste Plan?
Alles hinschmeißen zu wollen. Wobei: so hirnrissig war der Plan gar nicht, er ist nur nicht umzusetzen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich bin zum Erbrechen vernünftig. 
Edit: schwanger eine Runde im CT zu fahren. Danach große, große Aufregung, als ich die Schwangerschaft bemerkt habe.

Die teuerste Anschaffung?
Keine Anschaffung im klassischen Sinn, sondern Reisen. 

Das leckerste Essen?
Nichts Weltbewegendes.

Das beeindruckendste Buch?

Der ergreifendste Film?

Die beste CD?
Keine CDs, auch hier: Nichts Weltbewegendes. Herrgott, wie langweilig.

Das schönste Konzert?
Keines. Uffzi.

Der beste Sex?
Hehe.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Mit mir, Herrn Hase und Katze(n).

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Mir selbst in Salzburg, auch dieses Jahr wieder.

Vorherrschendes Gefühl 2016?
Das ist ja alles sehr interessant, aber es betrifft mich nicht. 

2016 zum ersten Mal getan?
Eine Freundin an den Tod verloren, eine Katze begraben. Schwanger geworden.

2016 nach langer Zeit wieder getan?
Aufgewacht und nicht als erstes an Krebs gedacht.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die Grippe Anfang des Jahres, die Verluste dieses Jahres und die misslungene Zertifizierung beim ersten Anlauf.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Wie 2015: Mach es oder lass es.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Meine Anwesenheit und sei es nur für ein paar Stunden.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Freude über den kleinen Einschleicher :)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
siehe oben. Es war "Ich freue mich schon so auf unser Baby."

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
"Mama, ich bin schwanger."

2016 war mit 1 Wort…?
Wogeht'shierlang?

Sonntag, 11. Dezember 2016

Tag 1259 - Anstrengend

.. ist es schwanger zu sein.
Die Kleine treibt mich mehrmals nachts und auch tagsüber auf die Toilette, man gewöhnt sich zwar mit der Zeit an den unterbrochenen Schlaf, aber mühsam ist es trotzdem.

Kommende Woche steht noch eine Schulung inklusive weiterer Zertifizierung an, ich hoffe, die bestehe ich noch und dann ist Schluss bis zum Mutterschutz.
Apropos Mutterschutz: Bis zum Ende desselben muss ich dem Arbeitgeber bekanntgeben, wie lange ich in Elternzeit bleibe. Ich befinde mich etwas im Dilemma, denn an und für sich arbeite ich gern. Nur nicht mehr im aktuellen Job.
Man könnte nun sagen, nun gut, dann bleib doch mal die 2 Jahre zu Hause, dann bist du die Deppen zumindest für eine Zeit los. Hm, ich arbeite aber im technischen Bereich, wo man am Ball bleiben muss.
Noch dazu verdien ich gut und könnte auch die Familie erhalten, ob Herr Hase da mitspielt, ist allerdings eine andere Frage.

Ich bin also noch unschlüssig, aber ich hab ja noch 8 Monate Zeit. Ein Krippenplatz sollte organisierbar sein, aber schon jetzt drängen sich mir die verschiedenen Lebenskonzepte meiner Umgebung auf.
Schwierig...

Sonntag, 4. Dezember 2016

Tag 1252 - Outing

Heute waren mit einem Teil der werdenden Großeltern essen. Meine Mutter wusste natürlich schon lange, dass sie Oma wird.

Hab ich sie doch kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest heulend angerufen - anfangs dachte sie, dass ich wieder krank wäre, aber nein, als ich schluchzend "schwanger" herausgekriegt hab, gab es von dieser Seite nur Jubel.
Herr Hase war skeptisch, meine Mutter und ich hingegen waren uns sicher: "Das wird ein Bub!"

Tja. Wir haben uns geirrt.
So wie es aussieht - und Chromosomen lügen nun mal nicht: Es ist ein kleines Mädchen.
Uns ist alles recht und so freuen wir uns auf unser Kind, das Anfang Juni erwartet wird.


Mittwoch, 30. November 2016

Tag 1248 - Mit oder ohne?

Die Testergebnisse sind da und somit wissen wir auch, welches Geschlecht das Baby hat.
Übrigens: Unser gesundes Baby :-D

Raten Sie mal! Bub oder Mädchen...?

Dienstag, 29. November 2016

Tag 1247 - 4 Monate

Auf einmal wird mir bewusst, wie dringend ich weg muss, wie sehr mich das Ganze drumherum nur mehr nervt und stört.
Du willst mein System, mein Spielzeug? Gut, dann nimm's ganz.
4 Monate noch.

Der Abgang war anders geplant, aber auch das ist eine Lösung, zumindest temporär.

Dienstag, 22. November 2016

Tag 1240 - Pränataldiagnostik

Pränataldiagnostik.... kann ein Segen sein.
Ich laber nicht lang rum, die Quintessenz ist: Das Baby scheint gesund zu sein, es ist laut Befund "unauffällig", alle Werte sind im Normbereich.

Wir werden noch einen scheißteuren Bluttest mit Auswertung in den USA machen lassen, dann haben wir 99% Sicherheit. Danach kommt noch das Organscreening, aber ich fühle mich jetzt schon sehr sicher.
Da will jemand anscheinend unbedingt bei uns mitmachen...

Sonntag, 13. November 2016

Tag 1231 - Gelöst

Am Freitag haben mein (wirklich netter) Chef und ich uns das erste Mal seit 4 Wochen wieder gesehen. Er: "Du wirkst so gelöst, die Reha hat also etwas gebracht."
Ich hab nur gelacht und freu mich jetzt schon auf seine Reaktion, wenn der wahre Grund rauskommt.

Montag, 7. November 2016

Tag 1225 - 1+1=3?

Soweit alles klar im Hause Nase.
Ganz entspannt kann ich allerdings nicht sein, da ich noch zur Nackenfaltenmessung und zum Organscreening muss.
Und auch erst nach der Nackenfaltenmessung die Schwangerschaft dem Arbeitgeber melden kann.

Bis dahin - Bauch kaschieren und schön unauffällig sein...

Donnerstag, 3. November 2016

Tag 1221 - Türen

Wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf.

In diesem Jahr sind für mich zwei Türen geschlossen worden, einmal, als Perdita gestorben ist, und dann, als wir unseren kleinen Kater verloren haben.
Beide vermiss ich noch immer sehr.

Ich hab mich aber auch ein wenig freier gefühlt, mit weniger Verpflichtungen im Rücken. So habe ich einen Jobwechsel geplant, wollte mir spätestens zum 40er 3 Wochen Sri Lanka schenken.
Nach dem unauffälligen Befund vom Restaging stand mir gefühlt die ganze Welt offen.
Ich war gesund und die Headhunter umkreisten mich.

Die Reha sollte eine Auszeit sein, bevor ich losstarte in meine Zukunft, ich war sehr müde und wollte mich ausruhen, Kraft schöpfen.
Am ersten Tag bin ich um 9 Uhr abends eingeschlafen, mitten in der Nacht mit starken Kreislaufproblemen aufgewacht. Das ging ein paar Tage so, ich bin in der Gegend herumgeklettert, Kilometer um Kilometer marschiert, damit mein Kreislauf wieder in Schwung kommt.
Nach ein paar Tagen hab ich bei den Ärzten vorgesprochen, die Schlappheit ging einfach nicht weg.
Einmal Kreislauftropfen bitte. Hier ist es zu warm für mich.

Die junge Ärztin sieht mich an und als ich ihr sage, dass ich dauernd essen muss, damit die Übelkeit besser wird, stellt sie die unerwartete Frage: "Könnten Sie schwanger sein?"
Ich muss gestehen, mir ist das Gesicht runtergefallen.

Wir erinnern uns: Brustkrebsbehandlung inklusive Chemo, ein Eierstock und eine Eileiter weniger, Herr Hase und ich nicht mehr so jung. Ein Kind war nie geplant.
Zur Apotheke gestiefelt, einen teuren Schwangerschaftstest gekauft, drauf gepinkelt, gewartet, und nach kurzer Zeit das Ergebnis: Schwanger und das bereits seit über 5 Wochen.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Tag 1212 - Nebel II

Hier war ich doch schon mal

Auch diesmal war es wieder nebelig, in mir aber überhaupt nicht mehr.

Aller Voraussicht wird sich in den nächsten Monaten viel ändern, nicht geplant, nicht erwartet, aber so ist das Leben. Ich hadere nicht und nehm's so wie es ist.
Es hat nichts mit dem Krebs zu tun und das ist gut so.

Wollen Sie mich begleiten? Dann bis bald.

Freitag, 21. Oktober 2016

Freitag, 14. Oktober 2016

Tag 1201 - Wieder im (Burgen)Lande

Da bin ich wieder in der Reha, im Burgenland.
Die Woche war anstrengend, am Montag die Jahreskontrolle mit Mammographie, Ultraschall und CT, die restlichen Arbeitstage noch unter Hochdruck ein Projekt abgeschlossen.

Kurz bevor ich gestern abgefahren bin, kam der Anruf meines Arztes, die Untersuchungsergebnisse sind schon da.
Und tätäräräääää: Kein Befund ist ein guter Befund.
Alles gut.

Eine Vernarbung auf der Lunge, vermutlich von der Bestrahlung, ansonsten nix, niente, nada.
Ich hab vor der Untersuchung noch ordentlich herumgemimimit, den Krebstod von Perdita und das Pech von Herrn S. noch als böse Omen im Kopf, war ich mir nicht so sicher, ob ich dieses Jahr quasi bestehe.
Die Erleichterung war aber dann trotzdem nicht so riesig, ich hab das Ergebnis einfach abgelegt.
Danke, wieder ein Jahr Ruhe.

Meine Tischgesellschaft hier in der Reha hat mich gleich am ersten Abend über meinen Krebs ausgefragt, das belastet mich zwar nicht, aber eigentlich mag ich nicht mehr darüber reden. Ich weiß, dass ich jung bin. Ich weiß, dass man in meinem Alter normalerweise nicht mit Krebs zu tun hat.
Aber es lässt ja nicht mehr ändern.

Genau das ist auch der Punkt. Lebensmittelpunkt Krebs? Nein, nicht mit mir.
Darüber viel reden, damit beschäftigen? Nein, danke, been there, done that.
Ich hab kein Interesse an Schicksalsgemeinschaften.
Mein Krebsbuddy war Perdita. Als sie gestorben ist, war, so blöd das jetzt klingen mag, die Sache mit dem Krebs für mich erledigt.


Sonntag, 9. Oktober 2016

Tag 1196 - Herr S. V


Da liegt er, unser kleiner Bub. Schwager und Schwägerin haben uns diese Art des Andenkens ermöglicht.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Tag 1193 - Hart im Nehmen

Interessanterweise verbinden viele Menschen die erneute Reha mit einem Wiederauftreten der Krankheit. Dann sehen sie mich an und sagen: "Du bist so dünn geworden."
Ich sag dann einfach nur: "Solange es die Krankenkasse zahlt, solange fahr ich." und: "Ich hab jetzt wieder mein altes Gewicht."

Am Montag ist die Jahreskontrolle.
Ich bin mittlerweile ein Meister in Ignorieren von Umständen, Menschen, Dingen, die mich stören und die mir schaden. In Wirklichkeit aber geht mir der Arsch auf Grundeis. Nur kann ich es gut wegschieben und stell mich einfach stur.
Aber dieses Jahr hatte es in sich, einige Todesfälle, ich hab mich in den letzten Wochen mit einer lästigen Entzündung rumgeschlagen.
Im Grunde rechne ich nur mit einem erneuten Befund.
Ich glaube jedoch, dass es fast allen Krebspatienten so geht und kneife weiterhin die Backen zusammen.

Erst gestern hat ein Jobangebot meine Kollegen und mich zum Lachen gebracht, in dem ein "harter Knochen" gesucht wurde.
Trotz allem "mimimi" bin ich hart im Nehmen.

Montag, 3. Oktober 2016

Tag 1190 - Reha, die zweite

In 10 Tagen geht es in die 2. Reha.

Eigentlich sollte ich erst im Dezember fahren, den Antrag hab ich just an dem Tag in den Briefkasten geworfen, als ich von der Französin informiert wurde, dass Perdita auf der Intensivstation gelandet ist.
Ich hab dann mich auf die Warteliste setzen lassen, vor einiger Zeit kam der Anruf, dass etwas frei geworden wäre.
Genau zur richtigen Zeit.
Ich bin im September nach dem Urlaub in die Arbeit gekommen und hatte keine Lust mehr.
Der kleine Kater ist zu dieser Zeit gestorben und ich wollte einfach nur meine Ruhe.

So hab ich einen Großteil meiner Projekte abgegeben und lass es jetzt schon sehr ruhig angehen. Heute morgen das Team Stand up geschwänzt um zur Maniküre zu gehen. Ich hab nichts verpasst.

In einer Woche steht die große Jahreskontrolle an, die mir auch im dritten Jahr Alpträume beschert.
Ich träume von Metastasen im ganzen Körper, von nicht geschriebenen Konzepten im Job und wache dann auf und bin mir nicht sicher, was Realität und was nur Traum war.

Donnerstag, 22. September 2016

Tag 1179 - Herr S. IV

Heute würde Herr S. 6 Jahre alt werden.
Tatsächlich ist er aber schon seit einem Monat nicht mehr bei uns.

Liegt's am Datum, liegt's am Hormonstatus, dass ich ihn heute so vermisse?
So sehr, dass ich aus dem Büro rennen muss, damit die Kollegen nicht meine rote Augen sehen können.

Da ich heute die Leute ohnehin zu reizen scheine, ist mein Impuls einfach heimzugehen. Aber dort würde mir noch mehr auffallen, dass das Katerchen tot ist.
Ich glaub, ich geh spazieren, einkaufen, meinen Tod vortäuschen und in der Slowakei von Schaumrollen leben.




Montag, 19. September 2016

Tag 1176 - Haare September 2016

So sieht das aus, wenn man um 07:45 erkennt, dass Trockenshampoo nicht mehr reicht und man noch schnell Haare waschen muss, aber um 08:45 schon das erste Meeting hat.
Ich geh mal Haare bürsten.

Mittwoch, 14. September 2016

Tag 1171 - Herr S. III

Nach einem doofen Arbeitstag an daheim denken und sich auf beide Katzen freuen.
Auf den alten tapsigen Kater und an den jüngeren munteren.
Nur um sofort zu erkennen, dass wir nur mehr eine Katze haben.

Zuhause weht eine Brise den Terrassentürenvorhang in die Höhe, im ersten Moment denke ich, dass der Kleine gerade mit hoch erhobenen Schwanz hereinkommt.

Liebe kann sehr weh tun. Trotzdem würde ich mich sofort wieder darauf einlassen.
Dieser Kater hat mein Leben reich gemacht.

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Dienstag, 6. September 2016

Tag 1163 - Herr S. II

"Mit der Zeit wirst du lernen es zu akzeptieren."

"... weiß ich, dass die Trauer um ein Tier auch sehr stark sein kann."

"Er hatte bei euch einen Platz, der schon sehr besonders war - das wusste er auch."

Montag, 22. August 2016

Tag 1148 - Herr S.

Herr S. ist unser kleiner, nein, richtig: jüngerer Kater.
Eine süße Frohnatur, die sich ihres Lebens freut und zirpend durch die Wohnung läuft.
Herr S. hat den alten Kater zum Beißen gern, ist ein sehr begabter Jäger und übt gern nachts am Balkon miauen.
Wir haben ihn vor nicht ganz 6 Jahren von einem Reiterhof übernommen, bei dem er zusammen mit seinen Geschwistern ausgesetzt wurde.

Was stimmt hier nicht?
Die Zeitform.
Herr S. war unser Kater.
Herr S. hatte Lymphdrüsenkrebs, wir mussten ihn einschläfern lassen.

Angefangen hat es rückblickend schon vor Monaten, als er den alten Kater nicht mehr drangsaliert hat. Wir dachten, dass die beiden eine gute Phase haben, in der sie weniger streiten.
Im Juni wurde Herr S. lustlos, hat müde gemaunzt, wenn man ihn hochgehoben hat, kam nicht mehr begrüßen, ist nicht mehr herumgeklettert.

Herr Hase als verantwortungsvoller Katzenpapa ist mit dem Kleinen zu unserer Tierärztin, die hat ihm Antibiotika verschrieben und kurz danach ist der Kater wieder fröhlich durch die Wohnung gebolzt.
Vor 3 Wochen war er wieder schlapp, wir haben eine verschleppte Blasenentzündung vermutet und sind wieder zum Tierarzt marschiert. Dort Urin und Blut abgenommen, die Werte waren schlecht.
Weiter zum Ultraschall.
Am Abend kam der Befund. Da war schnell klar, dass das nichts mehr wird. Überall Krebs.

Anfangs war ich am Boden zerstört.
Unsere kleine Brummimaus. Wir haben den Kater wie unser Kind geliebt. Ich bin mir vom Krebs umstellt vorgekommen.
Zuerst ich und viele andere und jetzt unser kleiner Kater.

Als ich mich an den Gedanken gewöhnen konnte, nein, musste, wurde es leichter. Dem Kater war leider nicht viel Zeit vergönnt, aber er hatte ein wunderbares und liebevolles Katzenleben bei uns.
Die verbleibenden Tage haben wir es Herrn S. so schön wie möglich gemacht, er ist viel draußen gelegen, das hat er immer sehr geliebt.
Als es nicht mehr ging, sind wir zum TA gegangen, um ihn erlösen zu lassen.

Mein Baby, ich hoffe, es geht dir gut im Katzenhimmel.
Wir lieben dich für immer.



Dienstag, 16. August 2016

Montag, 8. August 2016

Tag 1134 - 37

37.

So alt bin ich vor 2 Tagen still und heimlich geworden.
Generell ist bei mir Geburtstag keine große Sache.
Aber trotzdem seh ich jeden neuen 6. August als Triumph, als Sieg.
Ich bin noch hier.



Ein von Helga (@helga_nase) gepostetes Foto am

Donnerstag, 4. August 2016

Tag 1130 - Lektion

Heute habe ich mit meinen knapp 37 Jahren (zum möglicherweise wiederholten Mal) gelernt, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich nur auf seinen Arsch setzt und richtig dran bleibt.

Ich hab meine Prüfung bestanden und bin jetzt Certified-IrgendwasinderIT im Advanced Level.
Meine Kollegen halten mich jetzt für noch irrer, weil ich vor Freude schreiend im Büro herumgehüpft bin.
Ich geh dann turnen und heulen. Oder umgekehrt.

YES!!!!

Mittwoch, 20. Juli 2016

Tag 1115 - Lernen

Kurzer Zwischenruf.
Ich bin am Lernen. Und am Verzweifeln.

Nächste Woche habe ich den Zweitantritt bei einer Prüfung. Berufsbezogen. Das erste Mal falsch vorbereitet und nicht bestanden.

Es war generell ungünstig. Zuerst Kursverschiebung, dann war mir der erste Prüfungstermin zu knapp danach, dann bin ich beim nächsten krank geworden, der darauf kommende Termin war ausgebucht, beim folgenden bin ich durchgefallen, daraufhin ist Perdita gestorben und ich war 2 Monate zu nicht viel fähig.

Merkt man, dass ich nicht so wahnsinnig begeistert bin? Es wär so peinlich nochmal durchzufallen...
Vielleicht sollte ich Rübenbauer werden...


Donnerstag, 14. Juli 2016

Tag 1109 - Haare Juli 2016

Huawei-Kameras sind nicht so toll, die Farbinterpretation ist *hust* interessant.
Nichtsdestotrotz: Der Bob wächst vor sich hin und wird in den nächsten Wochen hoffentlich gleichmäßig.



Samstag, 2. Juli 2016

Tag 1097 - 3 Jahre nach der Diagnose

Heute vor 3 Jahren, ziemlich genau um diese Uhrzeit, habe ich meine Diagnose erhalten.
Tadaaa: Es gibt mich noch immer und es geht mir gut.

Zum Krebs fällt mir nur das ein: Fick dich, Arschloch.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Tag 1095 - Die Kunst des Schwärmens

Perditas Freund T., der mich wohl zuerst für die wunderbare Frau Doktor hielt, fragte mich bei der Trauerfeier, woher Perdita wohl ihren Namen her hätte.

Ich musste gestehen, dass ich es nicht genau wusste, dunkel konnte ich mich erinnern, dass ich es auf ihrem Blog mal gelesen habe. Es ist jedoch kein Hinweis darauf auf wearinganewbra zu finden, sie muss es mir wohl erzählt haben.

Später hatte ich die Gelegenheit Frau Doktor zu interviewen, sie verwies mich auf dieses tolle Buch.
Absolut lesenswert.


Für Perdita Kellermann enden Liebesgeschichten stets fatal - im Kino, in Romanen, im wirklichen Leben erst recht. So kann es nicht weitergehen. Perdita begibt sich in die Hände eines imaginären Therapeuten. Ziel: Genesung durch Herstellung äußerer wie innerer Ereignislosigkeit. Zu diesem Zweck verzichtet Perdita auf Liebe, Filme und Bücher und übt sich in der Kunst der Schwärmerei - gefahrlos, aus der Ferne, ohne aufwühlenden Kontakt. 

So weit die Theorie ...


Dienstag, 28. Juni 2016

Tag 1093 - Survivor

Ich lasse am rechten Oberarm eine Jugendsünde entfernen.
Nichtsdestotrotz wird wohl noch eine Tätowierung dazu kommen, der Gedanke daran schwirrt mir seit Monaten im Kopf herum.

Noch bin ich mir bei der Schrift nicht ganz sicher, aber die hier sind in der engeren Auswahl.
Ich werd den Schriftzug am linken Handgelenk stechen lassen, so kann die Tätowierung versteckt werden, aber mich auch mit nur einer Bewegung erinnern.
Wer Lust hat, kann ja abstimmen


Edit: Ich habe meinen Favoriten, es ist Nummer 4. Interessanterweise war der gar nicht beliebt bei den Lesern.
Vielen Dank für's Mitstimmen!


Donnerstag, 23. Juni 2016

Tag 1088 - Nicht wichtig

Irgendwas ist anders.
Nach Wochen im Tief herumkrumpeln, im Jammertal mich selbst bemitleiden, geht's plötzlich
wieder bergauf.
Natürlich habe ich meine Laune und meinen Schmerz nicht verstecken können. Manche Dienstleister meiden mich nun.
Stört mich. Nicht!

Gestern nach wenig Schlaf stundenlang in einem Meeting gesessen, trotzdem ist einiges weitergegangen, ein Fortschritt war sichtbar.

Danach war ich zum Check bei meinem Arzt.
Der hat sich noch beschwert, dass seine Luxuskarre nach 10 Minuten ohne Parkschein einen Strafzettel bekommen hat.
Ich hab mich beklagt, dass, ich weiß gar nicht, worüber alles.
Über Klimaanlagen, über Chemotherapien, die meinen Körper und mich durcheinander bringen, darüber, dass Freundinnen, Trainerinnen, Gleichaltrige einfach sterben.

Als nach der Untersuchung feststand, dass auch dieses Mal alles in Ordnung ist, war etwas anders.
Mein Arzt und ich haben uns darauf geeinigt, dass Strafzettel und sonstige blöde Dinge nebensächlich sind.

Ich bin gesund.
Blöde Projekte, Strafzettel, ADHS-Dienstleister, Klimaanlagen, zu dunkle Haarfärbungen sind nicht wichtig.

Montag, 13. Juni 2016

Tag 1078 - Meiden

Ich meide meine Freunde.
Ich treffe derzeit nur Menschen, mit denen ich über Arbeit, Wetter, Bauvorhaben, Essen etc. spreche.
Nur nicht in die Tiefe gehen.

Ich muss meine Freunde meiden.
Müsste ich über meine Gefühle reden, würden sie wie eine Monsterwelle über mir zusammenbrechen.
Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht.

Ich muss die Füße still halten. Es geht noch nicht anders.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Tag 1073 - Doch

Doch, mich gibt's noch.
Allerdings mit unterirdischer Laune. Dafür mit etwas Selbstbeherrschung.

Und im fröhlichen Schwarz, Instagram ist gerade das neue Spielzeug:


Montag, 30. Mai 2016

Tag 1064 - An der Zeit

Ich bin nicht ausgerastet als ich die Krebsdiagnose bekommen habe.

Ich bin ruhig geblieben und hab meinen Arsch und mich nach ein paar Wochen wieder durch das Leben bewegt als wäre nichts Großartiges geschehen.
Ich bin kein Held, die Begleiterscheinungen und Gegebenheiten haben einfach gepasst.

Es war jedoch immer die Befürchtung da, dass eine Kleinigkeit ausreicht und ich fahre mit
Vollgas irgendwo dagegen, ich schmeiße meinen Job oder ich fange eine Affäre an.
Das meiste würde ich natürlich nicht umsetzen, aber von der Drastik her passt es.

Irgendwie ist das Maß voll, ein dilettantisches Projekt zu viel, ein blöder Kommentar zu viel, ein Verlust zu viel...
Vielleicht ist es an der Zeit für etwas drastisches.

Dienstag, 24. Mai 2016

Tag 1058 - Umgehen

Mein Chef fragt mich: "Alles in Ordnung, Helga?"

Hm, ich weiß nicht. Vor wenigen Wochen ist Perdita gestorben, da geh ich gerade nicht unbedingt vor Glück über.
Aber das antworte ich natürlich nicht. Also mache ich nur vage Aussagen und ziehe weiter, setze mich in mein Büro und bin froh, dass der Berufsanfänger neben mir ein ruhiger Zeitgenosse ist.

Wie geht man mit dem Tod um?
Diese Frage stelle ich mir seit Wochen immer wieder.
Als ich zur Trauerfeier anreise, stehe ich am Flughafen in der Schlange zur Sicherheitskontrolle und wär am liebsten wieder umgedreht. "Ich will nicht" geht es permanent in meinem Kopf, bei der Kontrolle bin ich so verpeilt, dass ich mit den Sicherheitsleuten englisch spreche.

In Perditas großer Stadt gelandet, mache ich eine Abschiedstour. Aber im Grunde bedeutet mir dieser Ort nichts.
Nachmittags findet die Trauerfeier in einer Gaststätte in der Nähe ihres Wohnorts statt. Die Französin war auch diesmal so nett, mich aufzunehmen.
Im Lokal werden Bilder von Perdita gezeigt, ihre Lieblingsmusik wird gespielt und ich treffe viele ihrer Freunde wieder und lerne weitere kennen.
Als der Schweizer seine Trauerrede hält, habe ich das Bedürfnis, meinen Kopf auf den Tisch zu legen und "lalalalala" zu singen. Alles nur, damit ich nicht hören und sehen muss, wie ihr Arzt, der ein Schrank von Mann ist, beinahe selbst weint.

Am nächsten Tag fahre ich nach Hause, ich sitze mehrere Stunden im Zug und habe Zeit nachzudenken. Schräg gegenüber sitzt eine indische Familie, die ein lustiges Englisch miteinander spricht, ich beobachte sie eine Weile und amüsiere mich über ihre Kinder.
Trauer kommt nur in Flashs, in Wellen. Also nochmal die Frage: Wie geht man mit dem Tod um?
Ich weiß es nicht. Da uns einige hunderte Kilometer getrennt haben, bemerke ich ihre Abwesenheit nicht direkt.
Es kommen keine Blogeinträge und auch keine Nachrichten per WhatsApp.
Es ist für mich so, als wäre sie nur verreist.

Dass Omas sterben ist klar, dass Eltern einen verlassen, ist auch eine Realität, der man irgendwann ins Auge blicken muss.
Dass Menschen in ihren Vierzigern sterben, ist etwas ungewöhnlicher.
Perdita hat sehr oft die Kurve gerissen, mehrmals war es schon knapp. Ich wusste zwar von Anfang an, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen kann, hab den Gedanken aber so gut es ging verdrängt.
Wenn man im Krebskarussell mitfährt, ist der Tod allgegenwärtig. Arschloch Krebs (danke, Frau Doktor) ist unbarmherzig.
Aber doch nicht bei meiner Freundin!

Ich will nicht glauben, dass es keine Nachrichten mehr geben wird.
Ich kann mir nicht eingestehen, dass sie für immer weg ist.

Die Wahrheit ist, dass ich nicht mit ihrem Tod umgehen kann.

Montag, 23. Mai 2016

Tag 1057 - Arschknapp

Es ist gerade noch einmal gut gegangen

So muss ich mich die nächsten Jahre im Ausland nicht als Schweizer ausgeben.

Montag, 9. Mai 2016

Tag 1043 - Trost

Die (meine) Mama fragt, wie es mir geht.
Leser, die kondolieren.

Soll ich euch etwas verraten?
Ich bin manchmal furchtbar traurig.
Aber genauso denke ich: Gut gemacht, meine Liebe. Nun brauchst du keine Angst mehr haben und auch keine Schmerzen mehr. Du brauchst nicht mehr Panik haben zu ersticken, keine Luft mehr zu bekommen.

Es ist schmerzvoll, nichts mehr von ihr zu sehen, zu lesen, zu hören. Ich habe eine Nachricht von ihr auf der Mailbox und bringe es nicht übers Herz sie anzuhören.


Aber eines gibt mir Trost: Sie muss sich nicht mehr quälen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Tag 1039 - Donna

Manchmal mittendrin, manchmal Randfigur.
So sieht sie das Leben - Donna....
Zuweilen leidet sie daran.
Meistens mag sie es ganz gern.

Montag, 2. Mai 2016

Tag 1036 - Abschied von Perdita

Am Samstag wollten wir eigentlich Pizza essen gehen.
Da Herr Hase aber einen seiner Leisure Sickness-Anfälle hatte, sind wir zu Hause geblieben und wollten einen ruhigen Fernsehabend machen.
Es war mir ganz recht, den Tag über hab ich minütlich aufs Handy geschaut.
Perdita ging es sehr schlecht, es war klar, dass sie nicht mehr lange bei uns sein würde.
Schließlich kam die Todesnachricht.

Obwohl ich es gewusst, schließlich auch herbeigesehnt hatte, hat mich die Nachricht ihres Ablebens umgehauen.

Als sie in mein Leben trat, war ich selbst noch in einer sehr unsicheren Phase.
Die Behandlung noch nicht hinter mir, kahl und voller Angst, in dieser Zeit hat sie mir ihren ersten Kommentar hinterlassen.
Ich hatte mich bis zu diesem Zeitpunkt nicht getraut, Blogs von anderen Brustkrebs-Betroffenen zu lesen, zu groß war das Grauen, wie es kommen könnte.
Ich wollte hoffen und nicht wissen, was mir noch alles widerfahren kann.

Perditas Wesen, ihr Sprachgefühl hat mich wohl seit dem Zeitpunkt, als sie auf meinem Blog aufgetaucht ist, fasziniert.
Scheinbar nicht nur mich.
Sie hat mir viel geholfen, sie wusste, wie es mir vor Untersuchungen und Kontrollen geht, mit welchen Dämonen ich zu kämpfen habe, welche Ängste ich habe. Ich habe hier in Ö natürlich auch BK-Patientinnen kennen gelernt, aber wie so oft keinen Draht zu jemandem gefunden.
Sie war mein Krebsbuddy.

Als Perdita dann mit der Schweizerin in Wien war, haben wir uns das erste Mal gesehen, es folgten meine Besuche in Deutschland. Wir haben uns oft geschrieben, viele Gemeinsamkeiten festgestellt und schließlich auch unsere Unterschiede entdeckt.
Ich bin stolz, dass sie mich als Freundin akzeptiert hat.
Freundschaft zu schließen ist in unserem Alter auch keine Angelegenheit mehr, die häufig vorkommt.

Ich ertappe mich selbst in der Nacht als ich dafür bete, dass sie keine Angst und keine Schmerzen haben musste.
Aber es ist nur ein Mantra um mich zu beruhigen, an den Gott meiner Kindheit habe ich wohl nie geglaubt. Mein eigener Krebs hat mich zum Atheisten gemacht.

Ich werde sie vermissen. Mir werden ihre Blogeinträge fehlen. Ich werde die Freundin, die zwar in der Ferne war, aber mir trotzdem so nah, furchtbar vermissen.
Ich bin dankbar für unsere gemeinsame Zeit, auch wenn sie viel zu kurz war.



Wie es hier weitergeht? Ich habe keine Ahnung.

Samstag, 30. April 2016

Perdita

Perdita ist heute Nachmittag ihrem schweren Krebsleiden erlegen. Ihre lieben Menschen waren bis zum Ende bei ihr, meine Gedanken sind bei euch!

Ich danke allen, die an Perdita gedacht und ihr Gutes gewünscht haben, ihr wart ihr sehr wichtig.

Sie konnte Rührseligkeiten nicht ausstehen, also schreibe ich nur eines:
Mein Herz ist gebrochen.

Tag 1034 - Neuigkeiten von Perdita V

Perdita ist sehr schwach, hält aber an ihrem Leben fest.
Ihre Freunde und ihr Vater sind bei ihr und begleiten sie auf ihrem letzten Weg.

Ich wünsche ihr, dass sie bald loslassen kann.
Meine Gedanken sind immer bei ihr, manchmal komme ich recht gut mit der Situation zurecht, manchmal ist es einfach nur furchtbar.
Ich bin sehr dankbar, dass sie nicht alleine sein muss.


Donnerstag, 28. April 2016

Tag 1032 - Neuigkeiten von Perdita IV

Am Dienstag ist Perdita also in das Hospiz verlegt worden.
Es hat nur wenige Zimmer, die alle zum Innenhof gehen. Ich habe Fotos gesehen, es ist gemütlich eingerichtet und wirkt nicht wie ein klassisches Krankenzimmer.
Perdita hat es dort gut, das medizinische Personal ist sehr nett und sie wird liebevoll umsorgt.
Ihr Vater und ihre Freunde sind nach wie vor bei ihr, sie hat jeden Tag zahlreichen Besuch.

Perdita ist nur mehr wenig wach und braucht viele Schmerzmittel, die Schmerzpumpe ist wieder im Einsatz.

Bitte denkt weiterhin an sie.

Montag, 25. April 2016

Tag 1029 - Neuigkeiten von Perdita III

Perdita wird morgen von der Palliativstation in ein Hospiz in der Nähe ihres Wohnorts umziehen, es wird keine weitere Chemo geben.

Sie wird gut versorgt und ist weiterhin von ihren Lieben umgeben.


Samstag, 23. April 2016

Tag 1027 - Neuigkeiten von Perdita II

Es geht weiter mit
Donnerstag: An dem Tag ging es Perdita noch besser als tags zuvor, die Französin hatte Smoothies und Sekt mitgebracht, ich habe ein Foto geschickt bekommen, wo Perdita in die Kamera lächelt.
Leider war die Drainage verstopft, dann kam mit einem Mal viel Flüssigkeit, was ihr sicher Schmerzen verursacht hat.

Freitag kamen u.a. wieder die Kurchenmädels und auch der Archäologe, der Katheder wurde gezogen und die Schmerzpumpe durch Tabletten ersetzt. Leider war auch gestern die Drainage wieder verstopft :-(

Heute hat sie mir morgens eine kurze Nachricht geschickt, als ich zurück schrieb antwortete ihr Vater, dass das Schreiben noch nicht so toll klappt. Die Nacht war ok.

Nach dem Wochenende wird entschieden, wie die Behandlung weiter geht, ob die Chemo fortgesetzt bzw. die Immuntherapie begonnen wird.

Perdita möchte natürlich am liebsten zu Hause sein.
Sie freut sich sehr, dass so viele Menschen Anteil nehmen und an sie denken und sie grüßen.

Donnerstag, 21. April 2016

Tag 1025 - Neuigkeiten von Perdita

Ich versuche, die Ereignisse der letzten Tage zusammenzufassen:
Letzte Woche war Perdita in der Klinik im Wald, die Flüssigkeit im Lungenbereich, die sie so sehr plagte, wurde mittels Drainage abgeleitet.
Sie schrieb mir noch am Freitag, dass jede Menge rauskommt und dass sie Schmerzen hat.

Am Samstag ist ihr Herr Papa angereist und sie ist wieder nach Hause gekommen, schwach, aber wer Perdita kennt, weiß, dass die Aufenthalte in den Kliniken nicht das ihre sind.

Am Sonntag lud sie ihre Freunde zum Tatort schauen zu sich ein, ihr Herr Papa war dabei, die Französin, der Archäologe...
Sie bestand wohl darauf, alleine ins Bad zu gehen, wo sie umgekippt ist, sich dabei verletzt hat und schließlich ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Montags war ein schwieriger Tag, die Schmerztherapie nicht optimal, Perdita noch sehr mitgenommen.
Am Abend wurde ich von der Französin über die aktuelle Lage informiert.

Dienstag war schon wieder ein schönerer Tag, es ging ihr besser, sie konnte sich an dem zahlreichen Besuch ihrer Freunde freuen. Erzählungen zufolge herrschte Partystimmung im Krankenzimmer :-)

Mittwoch kam ich angeflogen, die Französin war so nett, sich als local host anzubieten und mich zu ihr zu bringen. Ich habe eine geschwächte Perdita vorgefunden, die sich aber sichtlich über meinen Besuch freute.
Ich habe dort mit ihr und ihren Freunden einen schönen Nachmittag verbracht, die Schweizerin samt Sohnemann, Kurchenmädels, der Aquarianer und viele andere waren da.
Es freut mich so sehr, dass ihr Vater und ihre Freunde so sehr auf sie achten und bei ihr sind.

Heute wird eventuell die Schmerzpumpe durch Tabletten ersetzt, das Methadon hat leider seinen Zweck nicht erfüllt und nun wird Morphin gegeben. Eine Rund-um-die-Uhr-Pflege wird organisiert, jetzt heißt es warten.
Perdita ist nach wie vor unglaublich zäh und stark.

Sie ist in guten Händen und ihre Leute leisten Großes.
Schickt ihr eure guten Gedanken!

Nachtrag: Ich weiß nicht, wie ich DAS unterschlagen konnte: Schwester Christel ist auch am Mittwoch aufgetaucht, natürlich in einem Hängerchen. Sie ist genauso wie Perdita sie beschrieben hat.
Nicht zum aushalten.


Freitag, 8. April 2016

Tag 1012 - Endlich

Ich gehe gerne turnen.
Seit wir in unserer Wohnung leben, gehe ich Dienstag und Donnerstag rüber zu den Kursen.
Nur als ich krank war, hab ich ein knappes Jahr pausiert.

Die Trainerinnen dort sind herzliche, nette Frauen, denen man anmerkt, dass sie gerne mit Menschen arbeiten und Spaß an der Bewegung haben. Trainierte Damen, die auf sich schauen und auch wesentlich jünger wirken als ihr Geburtsjahr vermuten lässt.
Vor einigen Wochen hat sich die Dienstags-Trainerin in eine 2monatige Auszeit verabschiedet, im Job sei viel zu tun, ein neues Aufgabengebiet stünde an.
In der Zwischenzeit kamen Vertretungen, die Abwechslung war ok, aber die Erwartung war doch klar, dass meine Stammtrainerin wieder kommt.

Gestern war die Donnerstagsstunde, zuerst große Aufregung, weil eine Tür abgesperrt war und wir nicht in das Gebäude konnten. Mit Gelächter und etwas Verspätung verlief die Stunde angenehm, sanfte Wirbelsäulengymnastik, ich fühle mich immer in dieser Zeit gut, lebendig.

Am Ende der Einheit hat die Trainerin uns dann die traurige Nachricht überbracht. Die Dienstags-Trainerin, eine quirlige, fröhliche Frau Mitte 40 ist vor ein paar Tagen an einem Herzinfarkt gestorben.
Sie kommt nicht wieder.
Sie wird nie wieder Option 1-3 bei den Übungen anbieten.
Sie wird uns nie wieder zu Liegestützen antreiben, bei denen ich sie immer angelacht habe unter dem Motto "na, dann mach DU mal."
Sie wird nie wieder "Zwölf" in ihrem oberösterreichischen Dialekt sagen.
Ich habe ihre Stimme noch im Ohr und sehe ihren wippenden Pferdeschwanz.

Seit es mir wieder gut geht, erscheint mir das Leben unendlich und schon gar nicht habe ich damit gerechnet, dass eine junge sportliche Frau einfach so stirbt.
Ich sitze deprimiert in meinem Büro.
Ich bin sehr traurig.

Mittwoch, 30. März 2016

Tag 1003 - Stich

Herr Hase hat vergessen, Brot zu kaufen, also laufe ich noch in Bürokleidung zum Supermarkt zurück.
Auf dem Rückweg begegne ich einer Turnkollegin und es versetzt mir einen Stich.
In der Zeit, in der ich nicht in die Sportkurse gehen konnte, weil ich eine Krebstherapie machen musste und schwach und ohne Haare war, hat auch sie pausiert.
Sie hat ein  Baby bekommen und kurvt mit dem Kinderwagen herum.

Ich will keine Mutter sein, aber es zeigt, dass etwas sehr falsch gelaufen ist. Krebs ist ungeheuerlich.


Freitag, 18. März 2016

Tag 991 - Lächeln

Na gut, dann zeig ich dann doch noch ein Lächeln.

Und das nach 4 Stunden Schlaf und Restalk!
Hab ich schon mal erwähnt, wie sehr ich meine Jungs mag?

Dienstag, 23. Februar 2016

Tag 967 - Beschäftigt

Arbeit, Alltägliches, damisch vom warmen Wetter.
Aber auch mit Reisevorbereitungen beschäftigt.
Wohin es wohl geht?

Perdita, weißt du das vielleicht?

Donnerstag, 11. Februar 2016

Tag 955 - Haar im Februar 2016

Gestern Matte gerichtet bekommen, so lala davon begeistert.
Und jetzt fragt mich, warum das Bild nicht gedreht wurde, ich habe keine Ahnung, warum das nicht funktioniert.



Freitag, 5. Februar 2016

Tag 949 - Komplizen

Im Kosmetikinstitut, das meine superduper 90er Tribaltätowierung entfernen soll, gibt es einen neuen Hautarzt.
Ein junger Mann, der mich zum ersten Mal sieht und bei der Behandlung assistiert.

Ich neige zu einer erhöhten Narbenbildung, sie werden etwas wulstig.
Der Arzt schaut sich die Narben bei der bereits mehrmals gelaserten Tätowierung an und fragt mich, ob ich noch andere habe, die hyperthroph sind.

Ich habe eine Referenznarbe, die vom Port-A-Cath. Vergangenen April wurde er entfernt und auch diese Narbe ist nicht unbedingt schön, aber sie erinnert mich jeden Tag daran, dass ich es abgelehnt habe, den Port noch länger zu behalten.
Ich will in dem Glauben leben, ihn nie wieder zu brauchen.

Als der Arzt die Narbe sieht, wird zu einem bestätigt, dass meine Narbenbildung nicht so toll ist und zum anderen weiß er gleich, was Sache ist.
Sofort sind wir Komplizen. Der Ton ändert sich.
Ich erkenne ein gewisses Mitleid und auch eine Klarheit.
Mir muss man nicht viel erklären, man braucht die Medizinersprache nicht übersetzen.
Krebskranke sind halbe Ärzte.

Als ich eine Stunde später wieder gehe, gibt er mir die Hand und wünscht mir alles Gute.
Bis zum nächsten Mal, Komplize.
Ich werde 100 Jahre alt.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Tag 947 - Gesundenuntersuchung

In Österreich gibt es die Möglichkeit, einmal jährlich eine Gesundenuntersuchung durchführen zu lassen.
Das Wort Gesundenuntersuchung ist meines Erachtens nach etwas verwirrend, es ist eine Vorsorgeuntersuchung.
Vorsorge! Das mir! Wo es doch bei mir immer um Nachsorge geht.

Ich bin also zu meiner Hausärztin, habe mir einen Reha-Antrag geholt und gefragt, ob diese Gesundenuntersuchung bei mir sinnvoll ist. Grundsätzlich bin ich ja gut untersucht, beobachtet, was auch immer.
Ich finde meinen Gesundheitszustand ja eigenartig.

Ich habe äußerst selten Schnupfen, Halsweh, Husten etc., auch vor dem Krebs war kaum was. Wenn ich krank werde, dann schlimm. 
2007 hatte ich so eine heftige Nierenentzündung, dass ich mit der Rettung und 40 Grad Fieber ins Krankenhaus gebracht wurde. 2013 der Super-Gau, der Brustkrebs.
Sonst? Na eher nix. Aber schlimme Krankheiten kann ich.

Also, Blut abnehmen lassen, Stuhlproben abgeben, Fragenbogen ausfüllen.
Ich bin übrigens kein Alkoholiker, jedenfalls sagt das die Auswertung des Fragebogens.
In Österreich, wo das Saufen gesellschaftlich anerkannt und teils auch gefördert wird, keine Selbstverständlichkeit.

Meine Werte sind t-r-a-u-m-h-a-f-t, eine hauchzarte Anämie (die Chemo lässt noch immer grüßen), aber sonst einfach nur tolle Werte.
Auch sonst ist alles ok, ich bin so schön durchschnittlich.

Ich hatte ja vor kurzem die Überlegung, ob mein Immunsystem überhaupt richtig arbeiten kann. Ich hab ja nie was Harmloses!
Nie Fieber, keine Grippe, keine Erkältung, nein, alle husten, nur ich nicht.

So bin ich wieder nach Hause gegangen mit meinen traumhaften Werten.
4 Tage später habe ich den schlimmsten Infekt seit 15 Jahren.
Mit Husten, Fieber und 7 Tagen Krankenstand.


Ja, ich glaube, mein Immunsystem arbeitet.

Samstag, 23. Januar 2016

Tag 936 - Fieber

Das erste Mal seit der Diagnose habe ich bei Krankheits(an)zeichen nicht Angst, dass der Krebs dahinter steckt.
Schreibt sie und geht hustend ab.

Montag, 18. Januar 2016

Tag 931 - Witz

Ich sitze in einem Haus voller Techniker, die den einfachsten Wortwitz nicht verstehen wollen/können.
Aber Hauptsache, es tragen alle den Dipl.Ing. vor sich her.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Tag 920 - Sirene

Als ich Herrn Hase einen Tag vor Weihnachten das Ultraschall-Bild vorlege, wird er kurz blass.
Doch das Ding auf dem Ausdruck ist kein Baby, sondern eine gekammerte Eierstock-Zyste, die wir Sirene nennen.


Ich bin zum halbjährlichen Unterleibscheck in der Ordination meines Arztes gewesen, nachdem mir vor 2 Jahren neben einer Endometriose-Zyste auch Eileiter und Eierstock beinahe zur Gänze entfernt wurden, bin ich nun... etwas vorsichtig.
Die Zyste an sich hat mich nicht aufgeregt, mit den Worten: "Das ist eine gekammerte Zyste, die müssen wir beobachten, kommen Sie nach den Weihnachtsferien zur Kontrolle." gehe ich in eben diese.

Um Neujahr herum wird mir dann doch etwas komisch. Zyste? Schon wieder?
Dr. Google macht es natürlich auch nicht besser.
Mein Arzt hingegen verfolgt die Devise, mit mir nicht über worst case-Szenarien zu reden.
Mein Hirn rattert weiter. Zweiter Eierstock auch weg? Wechsel? Dick, kastenförmig, alt, schwabbelig?
Aber ich hab doch noch gute 15 Jahre *hust*

So werde ich wie immer ruhiger und verschlossener umso näher der Kontrolltermin kommt.
Bis ich auf den Untersuchungsstuhl klettere, der Gyn schallt und außer den Sachen, die da auch sein sollen, nichts findet.
Keine weitere Behandlung, keine OP nötig, Kontrolle in 6 Monaten.

Wann geht das weg, das ewige Sorgen machen? Das immer das Schlimmste erwarten?