Dienstag, 15. Juli 2014

Tag 379 - Nachbesprechung

Die aktive Behandlung ist beendet.
Ich habe 3 Operationen (inkl. Port), 6 Chemos, 27 Bestrahlungen, 11 Herceptin-Monoinfusionen hinter mich gebracht. Hört sich nach gar nicht so wenig an, hm?
Hat auch 1 Jahr gedauert.
Jetzt beginnt die Nachsorge.

Vor dem Termin im Krankenhaus sitze ich im Büro und fühle mich klein und zerbrechlich. Was werden sie mir im Brustzentrum sagen? Welcher Arzt wird dort sein?
Muss ich jetzt ganz alleine auf mich Acht geben?
Wie oft werde ich zur Kontrolle müssen? Wie sieht das Rezidivrisiko aus?

Kurz danach sitze ich auch schon im Wartebereich des Brustzentrums. Eine ältere Frau spricht mich an: "Sind Sie auch operiert worden?"
Sie sagt mir auch, dass sie vor der drohenden Chemo Angst hat.
Ich bin nicht recht in der Laune mich zu unterhalten, aber eines will ich ihr mitgeben: "Eine Chemo ist nicht angenehm, aber sie bringt Sie nicht um."
Dann werde ich schon aufgerufen und tatsächlich sitzt im Untersuchungsraum mein Lieblings-Oberarzt.
Er schaut sich nochmal die Untersuchungsergebnisse an, gratuliert zu der unauffälligen Knochenszinti und bespricht mit mir das weitere Vorgehen.

Anfang September habe ich eine CT- und Ultraschalluntersuchung, danach alle 3 Monate Kontrollen. Für den Rest ist der "normale" Gynäkologe zuständig, d.h. ich werde in die Privatordination des Lieblings-OA wechseln. Zu meiner alten Ärztin will ich nicht mehr, nicht, dass ich etwas vorwerfe.
Aber ich will einen Arzt haben, dem ich vertraue, der sich Zeit nimmt. Dafür bezahle ich gerne.

Zum Schluss sagt er mir noch eines: "Es ist nicht häufig, dass ein Tumor auf die Behandlung so gut anspricht wie bei Ihnen."
Ich sollte mich darüber freuen, aber irgendwie klappt das heute nicht.