Freitag, 5. Juli 2013

Tag 4 - Staging

Heute steht einiges auf dem Programm.
Um 14 Uhr habe ich den Termin für das Staging, es wird überprüft, ob der Krebs gestreut hat. Ich rechne mit dem Schlimmsten und bin dementsprechend nervös.

Wir sind 30 Minuten zu früh, ich komme aber trotzdem gleich dran.
Die Untersuchung dauert ca. 20 Minuten, gegen Ende bekomme ich noch ein Kontrastmittel gespritzt.

Ich kenne die CT-Untersuchung bereits von einer Erkrankung vor Jahren, es ist wenig aufregend, atmen und Luft anhalten nach Anweisung der Computerstimme. Ich zittere aber vor Angst, was unter den Röntgenstrahlen sichtbar werden könnte.

Wenig später stehe ich wieder auf der Straße, bis es mich plötzlich am Kopf, im Gesicht und Dekolletee zu jucken beginnt. Eine Jodallergie, das ist neu.
Aber auch der Krebs ist neu, irgendwann ist immer das erste Mal.

Jetzt kommt aber erst der richtig schwierige Teil des Tages: Ich muss es meinem besten Freund und kurz darauf meiner Mutter sagen.
Mein bester Freund kommt, wir gehen spazieren. Er nimmt es auf, wie er alles aufnimmt - ruhig und stark. Nach einer Stunde gehe ich nach Hause und habe wie erwartet einen Mitstreiter mehr.

Kurz danach kommt auch schon meine Mutter, gemeinsam mit meinem kleinen Bruder. Wir hatten die letzten Monate nur sporadisch Kontakt. Ich bin kein Familienmensch.
Meine Mutter nimmt mich sofort in den Arm, ich weine. Mein Bruder, vor dessen Reaktion ich so viel Angst hatte, bleibt ruhig.

Sie wissen es und sind gefasst damit umgegangen. Eine Last weniger.